Notfall-Hilfe

Kurzinfo für Notfälle:

 

Für Notfälle jeglicher Art ist die

112

immer richtig.
Bei häuslicher oder sexueller Gewalt sollte direkt und unverzüglich die Notfallnummer 110 oder 112 gewählt werden. Es kann auch mit dem Frauennotruf Kontakt aufgenommen und das örtliche Frauenhaus aufgesucht werden.

 

Bei extremen familiären Krisen

  • sprechen Sie während der Dienstzeiten mit der für Sie zuständigen Pädagogischen Fachkraft oder mit dem Bereitschaftsdienst Ihres örtlichen Jugendamtes. Die Telefonnummer sagt Ihnen die Zentrale der Stadtverwaltung bzw. der Kommunalverwaltung.
  • Nach Feierabend oder am Wochenende wählen Sie die 112, schildern Ihre Notfall-Situation und bekommen dann recht bald einen Rückruf des Bereitschaftsdienstes des Jugendamtes. In einigen Kommunen ist der Bereitschaftsdienst auch rund um die Uhr direkt erreichbar.

Familien, die mit dem Fachdienst Familienzukunft zusammenarbeiten und einen Notfall haben, wenden sich bitte direkt an das jeweilige Co-Team oder an das Büro. Außerhalb unserer Bürozeiten erreichen Sie uns unter unserer eigenen Bereitschaftsnummer 0251 208 880 43.

Notfallregelungen.

 

Wenn der Haussegen mal so richtig schief hängt und eine Familientherapie oder eine sonstige Hilfe zur Erziehung ja noch nicht so schnell wie nötig starten kann, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • die Krisenhilfe des Jugendamtes kümmert sich durch eine geschulte Fachkraft und kann womöglich die Situation schlichten oder eine Lösung erreichen, die zumindest anhält, bis eine möglichst nachhaltige Hilfe für die Familie organisiert ist. Als da wären: die Beratungsstelle, eine Aufsuchende Familientherapie, eine Sozialpädagogische Familienhilfe, ein Erziehungsbeistand oder sonstiges, je nachdem, wie es das Jugendamt veranlasst
  • es wird vorübergehend eine sogenannte Schutzstelle aufgesucht, in der das Kind bzw. die oder der Jugendliche gut versorgt ist
  • bei kleineren Kindern kann dies auch eine Bereitschaftspflege sein, die gut für das Kind sorgt, bis die Familie sich wieder mittels einer Hilfe zur Erziehung stabilisiert hat

Diese Notfallregelungen sind in unterschiedlichen Ämtern auch unterschiedlich organisiert.

Fachspezifische Unterstützung.

 

Gibt es den Bedarf, sich fachspezifisch beraten zu lassen, so stehen auch hier eine Reihe von speziellen Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung:
 

  • bei psychischen Notfällen und besonderem Beratungsbedarf:
    der Sozialpsychiatrische Dienst
  • bei Trauer und Verlust, Tod und Sterben: der Hospizliche Dienst
  • bei Alkohol und Drogenmissbrauch: die Drogenberatungsstelle
  • bei Alkoholproblemen: die Anonymen Alkoholiker – Tel: 08731 32573 12
  • bei eigener Not oder Not uns nahestehender Personen:
    die Telefonseelsorge 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222

Medizinische Notfälle.

 

Hier können wir nur auf einige medizinische Notfälle eingehen.
Unter Umständen mögen allerdings die folgenden Informationen hilfreich sein.

Schlaganfall - Symptome

 

Anzeichen eines Schlaganfalls können zum Beispiel sein:
 

  • plötzliche einseitige Lähmung (Hemiparese) oder Kraftminderung ohne andere Ursache, insbesondere im Arm und / oder Bein
  • einseitiges Taubheitsgefühl in Arm, Bein, im Gesichtsbereich (taubes, pelziges oder kribbeliges Gefühl), einseitig herabhängender Mundwinkel, Lähmung einer Gesichtshälfte
  • Sehstörungen (verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen) bis hin zur vorübergehenden Erblindung
  • Sprechstörungen (undeutliches Sprechen, Wiederholungen von Wörtern oder Silben, lange Pausen) bis hin zum Verlust des Sprachvermögens
  • verminderte Ausdrucksfähigkeit (der Betroffene kann nicht mehr benennen, was er möchte oder äußert sich sinnlos)
  • Verständnisstörungen (Anweisungen werden nicht oder falsch umgesetzt)
  • plötzlich auftretende Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
  • Bewusstlosigkeit
  • starke Kopfschmerzen (setzen schlagartig ein und sind kaum zu ertragen: typisch bei einer Gehirnblutung)
Schlaganfall - Erste Hilfe: Jede Minute zählt!

 

Je früher einem Schlaganfallpatienten fachgerecht geholfen wird, desto mehr Hirngewebe kann gerettet werden. Durch sofortiges Alarmieren des Rettungsdienstes und geeignete Erste-Hilfe-Maßnahmen können daher wertvolle Skunden gespart werden.

Falls möglich, merken Sie sich den Zeitpunkt, zu dem die ersten Schlaganfallsymptome aufgetreten sind. Dies ist wichtig für den Rettungsdienst und die weiteren Therapiemöglichkeiten.

Erste Hilfe bei einem Schlaganfall:

  • sofort den Notruf 112 wählen (gilt europaweit auf Handy und Festnetz), auf den Verdacht eines Schlaganfalls hinweisen, die Fragen der Leitstelle beantworten und warten, bis diese das Gespräch beendet
  • den Betroffenen beobachten, nicht alleine lassen, ihn beruhigen und mit ihm sprechen
  • gegebenenfalls beengende Kleidung lockern, Zahnprothesen entfernen
  • nichts zu Essen oder zu Trinken geben, da das Schlucken gestört sein könnte
  • ist der Betroffene bei Bewusstsein, mit etwa 30 Grad erhöhtem Oberkörper ruhig lagern, zum Beispiel mit einem Kissen im Rücken
  • bei Erbrechen oder Bewusstlosigkeit: Den Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen, immer wieder Puls und Atmung kontrollieren
  • können Sie keinen Puls oder keine Atmung feststellen, legen Sie den Betroffenen auf den Rücken auf eine harte Unterlage (zum Beispiel den Boden) und beginnen Sie unverzüglich mit den Wiederbelebungsmaßnahmen
  • teilen Sie dem Notarzt beziehungsweise dem eintreffenden Rettungsdienst die beobachtete Symptomatik und die Vorerkrankungen des Patienten mit
  • geben Sie, wenn möglich, auch eine Liste der Medikamente mit, die der Betroffene einnimmt und nennen Sie die Uhrzeit des Auftretens der ersten Schlaganfallsymptome und eine Telefonnummer (bevorzugt Mobilfunknummer) von Angehörigen für Rückfragen zu Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme
Herzinfarkt - Symptome

 

Typische Anzeichen eines Herzinfarktes sind:

  • plötzlich einsetzende, länger als fünf Minuten anhaltende, starke Schmerzen hinter dem Brustbein und auf der linken Brustseite. Die Schmerzen können bis in den Hals oder auch in den Rücken, den Oberbauch und die Arme ausstrahlen
  • häufige Begleiterscheinungen sind kalter Schweiß, Blässe, Engegefühl in der Brust, Übelkeit, Atemnot, Unruhe und Angst
  • Aber Achtung: Nicht immer sind die Anzeichen bei einem Herzinfarkt eindeutig. So kann der typische Schmerz hinter dem Brustbein auch fehlen und stattdessen werden plötzlich aufgetretene Schmerzen im Hals – und Kieferbereich, im Rücken oder auch Oberbauch angegeben.
  • Bei Frauen kann es wie bei Männern zu einem Druckgefühl in der Brust sowie zu starken Schmerzen hinter dem Brustbein kommen, die in Rücken oder Oberbauch ausstrahlen. Manchmal äußert sich ein Infarkt bei Frauen aber auch eher atypisch mit Übelkeit, Bauchschmerzen und Schwindel
  • Eine autonome Neuropathie, also eine durch Diabetes verursachte Schädigung der Organnerven, kann dazu führen, dass Diabetiker Herzschmerzen nicht wahrnehmen und einen fast beschwerdefreien „stummen Infarkt“ erleiden
  • Auch andere lebensbedrohliche Erkrankungen im Brustraum können Beschwerden auslösen, die einem Herzinfarkt ähneln. Dazu zählen zum Beispiel der Einriss der großen Körperschlagader, ein Pneumothorax (Luft im Pleuraspalt mit Kollaps einer Lunge) sowie eine Speiseröhrenerkrankung

Ein Herzinfarkt kann sich ankündigen. Verdächtig sind zum Beispiel Schmerzen im Brustkorb, die bei Belastung oder psychischem Stress auftreten, und dann wieder verschwinden. Treten solche Beschwerden immer wieder auf, sollten Sie dies unbedingt mit dem Arzt besprechen.

Allerdings treten oben genannte Anzeichen nicht immer auf. Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen beim Arzt (zum Beispiel im Rahmen des Check-up 35) wichtig. Sie decken auf, ob ein Mensch ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, insbesondere einen Herzinfarkt, hat.

Herzinfarkt - Erste Hilfe: Notarzt unter 112 anrufen

 

Rufen Sie sofort den Notarzt unter der Rufnummer 112 an, wenn Sie auch nur den leisesten Verdacht auf das Vorliegen eines Herzinfarktes haben!
Wichtig: Es müssen nicht immer alle der oben beschriebenen Symptome vorliegen!

Der Notruf 112 gilt europaweit auf Handy und Festnetz.

Weisen Sie auf den Verdacht eines Herzinfarktes hin, beantworten Sie die Fragen der Leitstelle und warten Sie, bis diese das Gespräch beendet.

Epileptischer Anfall - Was ist zu tun?

 

Oft ist zunächst gar nicht sicher, ob es sich tatsächlich um einen epileptischen Anfall oder um eine ganz andere Störung handelt – etwa eine Herzrhythmusstörung oder Unterzuckerung bei Diabetes.

Deshalb: Im Zweifel sofort den Notarzt unter 112 verständigen!

In unklaren Fällen nach den allgemeinen Regeln der Ersten Hilfe vorgehen. 

Epileptischer Anfall – was ist zu tun?
 

  • Ruhe bewahren: Ein epileptischer Anfall endet in aller Regel nach ein bis zwei Minuten
  • den Betroffenen nicht festhalten und keine Gegenstände in den Mund schieben (etwa einen Beißkeil)
  • Verletzungen durch den Anfall verhindern oder abmindern (zum Beispiel gefährliche Gegenstände aus der Nähe entfernen, Kanten oder Treppen absichern)
  • Atemwege schützen: den Betroffenen möglichst in die stabile Seitenlage oder Bauchlage bringen, damit kein Erbrochenes in die Luftröhre oder Lunge gelangen kann – eine solche Aspiration stellt eine schwere, manchmal lebensbedrohliche Anfalls-Komplikation dar
  • unbedingt den Notarzt holen, wenn ein Anfall länger als fünf Minuten dauert oder auf den ersten Anfall weitere folgen!
  • nach dem Anfall beim Betroffenen bleiben, bis er klar und orientiert ist
  • Trat ein Anfall erstmals auf, sollte immer eine rasche ärztliche Untersuchung folgen. Ist die Epilepsie bereits länger bekannt und der Patient grundsätzlich ärztlich gut betreut, muss er nach einem Anfall nicht unbedingt in eine Klinik gebracht werden. Hier ist es sinnvoll, eine individuelle Entscheidung zu treffen. Allerdings sollte sichergestellt sein, dass der Anfall wirklich vorüber ist, und dass der Betroffene ansprechbar und wieder voll orientiert ist.

Krise als Chance.

 

Manchmal gibt es in der Familie eine so große Not, dass ein Notfallplan oder ein sogenannter Schutzplan benötigt wird. Dieser führt dann im Endeffekt zu einer Verbesserung der Gesamtsituation.

Eine Krise ist eine Chance zur Verbesserung.

Auch wenn es noch so schwer ist, gibt es die Möglichkeit, sich helfen zu lassen im Sinne des „You never walk alone“.

Ein sehr wertvoller Satz von Max Frisch lautet hierzu:

„Eine Krise kann ein produktiver Zustand sein.
Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“